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IHK-Seminar Online-Marketing-Recht: Für Sie besucht

Kategorien: Allgemein und Datenschutz

Am 21. Februar 2018 veranstalteten IHK Frankfurt und Bieg Hessen ein Seminar Online-Marketing-Recht 2018. In zwei Blöcken wurden am IHK-Standort Deutsche Börse Theorie und Praxis für das Online Marketing aus Sicht der neuen Datenschutzgrundverordnung vermittelt. Die folgende Zusammenfassung ermöglicht Ihnen einen „Blick über die Schulter“ bei diesem sensiblen Thema.

Auftakt

Die Veranstaltung traf auf großes Interesse und war deshalb ausgebucht. Kein Wunder: weil ab 25.5.2018 die Europäische Datenschutzgrundverordnung DSGVO gilt, ist das Thema Datenschutz gerade hochaktuell. Da es sich um eine Verordnung handelt und nicht um eine Richtlinie, tritt die DSGVO auch ohne Übergangszeit direkt in Kraft. So gilt ab dem 25. Mai um 00.00 Uhr das neue Recht bereits ohne Einschränkungen.

Veranstaltung

Die Veranstaltung begann mit einem theoretischen Teil. Rechtsanwalt Dr. Carsten Ulbricht sprach als Referent. Ihm war anzumerken, dass er tief in der Materie des Themas Onlinerecht verankert ist und sich damit – gerade auch in Bezug auf Datenschutzfragen – auseinandersetzt. Lebendig und informativ trug er die komplexe Materie vor. (Übrigens erhalten wir keine Vergütung von ihm. Wir geben nur unsere Meinung wieder.) Inhaltlich reichte der Vortrag vom Facebook Pixel bis hin zu aktuellen Marketingmethoden wie den Gebrauch von Messengerdiensten.

Zwischenfragen waren erlaubt. Diese Möglichkeit wurde im Verlauf des Vortrags auch immer häufiger genutzt. Und der Referent überzeugte mit fundierten Antworten. Manche der Fragen antizipierte er sogar regelrecht.

Beispielsweise fragten Mitarbeiter einer Internetagentur, wie die Rechtslage ist, wenn ein Kunde bei ihnen eine Webseite inklusive Hosting “kauft”, wobei die Agentur dieses Hosting ihrerseits bei einem Provider einkauft. Für den EU-Raum gibt es hier eine einfache Lösung: Der Provider sollte gebeten werden, eine Vereinbarung zur Auftragsverarbeitung bereitzustellen. Der Endkunde muss in diesem Fall nicht über das Innenverhältnis der Agentur informiert werden.

Im Praxisteil des Vortrags ging Dr. Ulbricht darauf ein, wann welche Form der Kommunikation erlaubt ist. Streng reglementiert ist in erster Linie das Verschicken von Werbe-E-Mails. Diese dürfen niemals ungefragt zugeschickt werden. Werbung per Briefpost ist dagegen ohne Erlaubnis möglich, wenn der Empfänger dieser Werbezusendung nicht zuvor widersprochen hat. Werbe-E-Mails an Bestandskunden sind wiederum erlaubt. Es müssen allerdings Regeln eingehalten werden wie das Beifügen einer

Widerrufsbelehrung. Außerdem darf der Kunde nur Werbung für Waren und Dienstleistungen erhalten, die mit seinen bisherigen Käufen vergleichbar sind.

Lerneffekt

Dr. Ulbricht gab im Seminar über Online-Marketing-Recht viele interessante Informationen weiter. Eine wichtige Information war zum Beispiel die folgende: In manchen Fällen haften Internetagenturen bei fehlerhaften Datenschutzerklärungen ihrer Kunden zumindest mit. Dies ist dann möglich, wenn wenn kein Haftungsausschluss bzw. kein Ausschluss der Lieferung einer Datenschutzerklärung vereinbart wird und die Agentur – möglicherweise aus gutem Willen – eine Erklärung für den Kunden verfasst.

Fazit

Das hochinteressante Seminar war zu recht gut besucht. Denn spätestens jetzt sollten sich alle, die es betrifft, mit der neuen EU-Verordnung DSGVO beschäftigen. Schon, um den saftigen Strafen aus dem Weg zu gehen, die bei Missachtung möglich sind.

Alle hier wiedergegebenen Aussagen sind unsere und nicht die von Dr. Ulbricht. Eventuelle Falschaussagen liegen damit in unserer Verantwortung. Wir übernehmen keine Rechtsberatung und auch keine Garantie für die Richtigkeit der obigen Aussagen.